Kingsley

Nie hätte Kingsley gedacht, einmal seine Heimat zu verlassen. Kingsley – das bedeutet: Gott ist groß – wurde 1989 als fünftes Kind in Nigeria geboren. Er wuchs im dicht besiedelten Bundesstaat Anambra auf. Doch im Jahr 2000 zog seine Familie aus finanziellen Gründen auf das Land. Kingsleys Familienalltag war Dank seiner tief religiösen Eltern vom Glauben geprägt. Von klein auf suchte er die Nähe eines Priesters.

Und obwohl eher ein ängstliches Kind, überwand er jeden Morgen neu seine Angst vor der Dunkelheit, und ging um vier Uhr zur Kirche. Im Alter von elf, zwölf Jahren wusste er: „Ich will Priester werden!“

In dieser Zeit starb seine älteste Schwester während der Geburt ihres Kindes. führte viele Gespräche mit Priestern. Sie erklärten ihm, dass eine Priesterausbildung viel, sehr viel lernen und studieren bedeutet. Auch sei das Studium sehr kostspielig.

Doch er war fest entschlossen. Ein Stipendium ermöglichte ihm, die Schule zu absolvieren. Man sammelte für Kingsleys weitere Ausbildung, und seine Schwester setzte ihr Studium für einige Jahre aus, damit er studieren konnte. So konnte er im Jahr 2003 in ein von Missionaren geleitetes Seminar eintreten. Sechs Jahre später folgten zwei apostolische Jahre, ein Jahr Aus- bildung, sowie drei Jahre Theologiestudium. Im Gehorsam folgte er der – für ihn überraschenden – Bitte seines Oberhirten, nach Rom zu gehen. Inspiriert von der Opferbereitschaft großer Heiliger, überwand er sein mangelndes Sprachtalent und erwarb sogar ein Sprachdiplom. Seine Eltern und Geschwister brachten viele Opfer, um ihren Sohn auf seinem Weg zum Priester zu unterstützen. Auch Kingsley ist bereit, Opfer auf sich zu nehmen, und er bringt sie freudig.

Wer ihn kennt, weiß, wie gerne er lacht. Er ist nicht froh, weil er keine Opfer kennt, sondern weil Christus seine Freude ist. Kingsley studiert im vierten Jahr an der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom. Auf sein Bakkalaureat in Theologie folgt das Lizenziat in kanonischem Recht. Nach seiner Rückkehr nach Nigeria will er zu den Leidenden gehen, ihre umfassende Bildung fördern und den Menschen helfen, eine persönliche Beziehung zu Christus aufzubauen. Denn viele von ihnen gehen zur Heiligen Messe oder suchen Priester auf, um Lösungen für ihre Probleme zu erhalten und nicht, um Christus zu begegnen. Ihnen will Kingsley helfen. Er sehnt sich danach, dass auch sie die Erfahrung machen, ein Kind Gottes zu sein – und ihre Würde erkennen.

Wir bitten Sie sehr herzlich: Unterstützen Sie Seminaristen wie Kingsley mit Ihrem Gebet, und wenn möglich, mit Ihrer großzügigen Spende!

Nigeria braucht Priester wie ihn, damit immer mehr Menschen Christus kennenlernen können – auch im muslimischen Norden des Landes, der unter dem Würgegriff von Boko Haram großen Leiden ausgesetzt ist.

Danke für Ihre Verbundenheit!

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